E-PACS NEWS
Neuigkeiten rund um den
E-PACS Speicherdienst
yeare-pacs news Q3 / 2009

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

Der Daten-Tsunami schwappt, angetrieben durch die Einführung neuer diagnostischer Verfahren weiter durch das deutsche Gesundheitswesen.

Unterschiedlichen Aspekten dieses Themas sind zwei Artikel dieser Ausgabe gewidmet. Der erste Artikel beschäftigt sich damit, dass nach der mit großen Hoffnungen verbundenen Konsensus-Konferenz zur verlustbehafteten Kompression medizinischer Bilddaten die konkrete Umsetzung in der Breite immer noch auf sich warten lässt. Warum ist das so und was müsste geschehen, damit sich das ändert?

Der zweite Artikel beschäftigt sich mit dem wohin der Daten. Durch mehrstufige Speicherkonzepte lassen sich Daten entsprechend Ihrer unterschiedlichen Verfügbarkeits- und Performanceanforderungen speichern, das alles optimiert für die finanzielle Situation im Gesundheitswesen.


Viel Spaß beim Lesen, Ihr Andreas Dobler


Kompression unter Druck

Warum dauert es so lange, die Ergebnisse der Konsensuskonferenz in der Praxis umzusetzen?

Am 23. Februar 2008 trafen sich Fachleute aus Medizin und Industrie um im Rahmen einer Konsensuskonferenz Richtlinien für die verlustbehaftete Datenkompression medizinischer Bilddaten zu verabschieden. Vor allem die Anwender hofften auf eine rasche Umsetzung in ihrer täglichen Routine.

Wie stellt sich die Situation heute, 18 Monate später, dar ?
  • Die breite Masse der Anwender komprimiert noch nicht verlustbehaftet.  
  • Die für Ende 2008 avisierte Richtlinie, die die Ergebnisse der Konsensus-Konferenz normieren sollte, ist immer noch nicht verabschiedet und auch zeitlich momentan nicht absehbar.  
  • Es gibt nach wie vor keine Festlegung auf JPEG vs. JPEG2000 und wird sie ganz sicher in absehbarer Zeit auch nicht geben.  
  • Die Konsensuskonferenz verabschiedete organ- und modalitätenbezogene Empfehlungen für zulässige Kompressionsraten. Für die Umsetzung im PACS mittels JPEG-lossy werden aber Qualitätsfaktoren benötigt, die einzuhalten sind. Eine Umsetzung von Kompressionsfaktoren in Qualitätsfaktoren ist nicht möglich. So kann z.B. ein komplett schwarzes Bild ohne Qualitätsverlust extrem hoch komprimiert werden.  
  • Verlustbehaftete Kompression führt zu irreversiblen qualitativen Verlusten im Bild. Die Konsensuskonferenz hat festgelegt, welche qualitativen Verluste unterhalb der diagnostischen Relevanz liegen.  
Der oben beschriebene Zustand führt dazu, dass fast alle Anwender verunsichert sind und deshalb weiter abwarten. Das ist auch verständlich, denn Fehler bei verlustbehafteter Kompression sind ex post nicht wieder gut zu machen. Zusammengefasst: Der aktuelle Zustand ist unsicher, unbefriedigend und eine Besserung zeitlich nicht konkret absehbar.

Was also tun ?

Das DIN-Normungsgremium sollte in absehbarer Zeit die avisierte Richtlinie zur verlustbehafteten Kompression medizinischer Bilddaten vorlegen, damit der erzielte Konsens auch formal festgeschrieben ist, denn so lange das nicht geschehen ist, wird sich die breite Umsetzung weiter verzögern. Solange aber dort noch Uneinigkeit über Begriffsdefinitionen wie z.B. das „Basisbild“ und den empfohlenen Umgang mit demselben herrscht, was evtl. die Involvierung weiterer Arbeitsgruppen erfordern könnte, sind die Hoffnungen auf eine rasche Klärung von dieser Seite recht überschaubar. Bei dieser Diskussion geht es beispielsweise darum, ob Dünnschichten am CT als Rohdaten oder als Bilddaten zu handhaben sind und ob diese verlustbehaftet komprimiert werden dürfen, da aus Ihnen ja Schichten zur Befundung berechnet werden, die nach den Beschlüssen der Konsensuskonferenz nicht ein zweites Mal komprimiert werden dürften.

Da die Konsensuskonferenz noch keine Qualitätsfaktoren für die JPEG-Kompression vorgeben hat, diese aber grundsätzlich gleichberechtigt mit JPEG2000 zulässt, wäre es wünschenswert, dass von ihr an dieser Stelle rasch Klarheit geschaffen wird. Die Qualitätsfaktoren legen bei der JPEG-Kompression unabhängig vom angestrebten Kompressionsfaktor fest, welches Maß an Datenverlust bei der verlustbehafteten Kompression maximal zulässig ist. Da die JPEG-Kompression, anders als JPEG2000, ohne zusätzliche Lizenzkosten zu Verfügung steht, stellt sie für viele Anwender eine interessante Lösungsvariante dar, die aber aufgrund der fehlenden Vorgaben für Qualitätsfaktoren nicht angegangen wird. Begleitend sollte die Frage diskutiert werden, wie Qualitätsfaktoren sinnvoll in Relation zu Kompressionsfaktoren gesetzt werden können. Diese Diskussion hat noch nicht statt gefunden und deshalb ist unklar, welcher Faktor besser geeignet ist, um den Verlust an medizinischer Qualität zu quantifizieren.

Auch potentielle Probleme mit der DICOM-Konformität und der Interoperabilität sollten aktiv angegangen werden. Ein System das JPEG-Lossy als einzige verlustbehaftete Transfer-Syntax anbietet, wäre genauso konform mit dem Dicom Standard und den Ergebnissen der Konsensuskonferenz, wie eines das ausschließlich JPEG2000 anbietet. Trotzdem wären diese Systeme nicht in der Lage verlustbehaftet komprimierte Daten miteinander auszutauschen, da ihnen zum Datenaustausch lediglich Transfersyntaxen ohne verlustbehaftete Kompression blieben und eine erneute Kompression bereits komprimierter Daten von der Konsensuskonferenz explizit ausgeschlossen wurde.

Sensibilität
Unter Langzeitaspekten sollte bedacht werden, dass dieser Aspekt selbstverständlich auch dann relevant ist, wenn ein PACS nach dem einen verlustbehafteten Kompressionsverfahren die Daten einlagert und Jahre später ein anderes Produkt diesen nicht unterstützt.

Die Realisierung durch die Industrie scheitert also eher an klaren Vorgaben, als an den technischen Möglichkeiten.  

Tiered Storage für Dicom Bilder

Mehrstufige Speichermodelle bieten einen intelligenten Ansatz zur Kostenoptimierung

Die Datenmengen in der Radiologie wächst immer schneller und die Zugriffsraten auf ältere Bilder gehen im Laufe der Zeit deutlich zurück. In Zeiten eines steigenden Energieeffizienzbewusstseins ist es weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, alle Daten für immer auf Festplattensystemen zu speichern, da deren Energieverbrauch von den Kosten her die Anschaffungskosten oft bei weitem übersteigt.

Wie kann man Speicherkosten ohne operative Einbussen optimieren?
Indem man die Speicherkosten mehrstufig auf abnehmende Verfügbarkeits- und Performance Anforderungen abstimmt!

Im Tier 1 Storage werden alle Daten hochverfügbar gehalten, die das Krankenhaus zur Aufrechterhaltung des medizinischen Betriebes benötigt (Mission Critical). Aus Kostengründen ist dieser Speicher in sinnvollerweise auf 1-2 Jahre dimensioniert.

Der Tier 2 Storage befindet sich ebenfalls beim Kunden und besteht aus kostengünstigen SATA-Raids, auf die mit Gbit-Geschwindigkeit zugegriffen werden kann.

Der Tier 3 Storage befindet sich im e-pacs Storage Center. Auf ihn wird nur selten lesend zugegriffen, da alle neueren Bilder vor Ort liegen. Eine HL7-Einbindung in den klinischen Workflow vermeidet Wartezeiten durch automatisches Prefetching in den Tier 2 Storage.



Medica 2009

Logo der Medica18. – 21. November in Düsseldorf
Gemeinsam mit unserem Partner DELL stellen wir auf der diesjährigen Medica aus. Wie gewohnt bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich über Neuigkeiten rund um den e-pacs Speicherdienst zu informieren. Dell und Telepaxx arbeiten seit Jahren im Bereich der elektronischen Langzeitarchivierung medizinischer Bilddaten eng zusammen und werden diese Kooperation weiter vertiefen. Insbesondere möchten wir Sie auf folgende innovativen Lösungen hinweisen:

e-pacs Speicherdienst

Die sichere und kostengünstige Lösung zur Langzeitarchivierung medizinischer Daten. Nachdem e-pacs bereits vor Jahren mit dem Datenschutzgütesiegel des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Kiel ausgezeichnet wurde, erhielt es jetzt auch auch das europaweit gültige Datenschutzgütesiegel EuroPriSe der Europäi-schen Union verliehen. Aktuell werden 3.900 TB mit e-pacs verwaltet.

e-pacs corporate

Die zentrale Archivlösung für Krankenhausträger und -gruppen. Das ist insbesondere für Trägergesellschaften mit eigener IT-Infrastruktur von Interesse. Dabei wird der e-pacs Speicherdienst in eigener Regie inhouse für die zugehörigen Häuser betrieben.

e-pacs DICOM Appliance

Machen Sie Unified Storage einfach Dicom-fähig. Mit der e-pacs Dicom Appliance kann man z.B. die Equalogic-SAN-Produkte von Dell mit einer standardkonformen Dicom-Kommunikations-Schicht versehen.

Sichere Kommunikation

Medizinische Portallösungen, Teleradiologie und geschützte Überweiseranbindungen über Internet. Neben der Langzeitarchivierung steigt die Nachfrage nach sicheren, auf Standards basierenden medizinischen Kommunikationslösungen. Die Nutzung dieser Portallösungen geht weit über die Radiologie hinaus. Wesentlich ist dabei stets die Konformität mit den jeweils gültigen Datenschutzbestimmungen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Halle 15 – Stand A17

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