Seit der Firmengründung 1996 hat sich einiges getan. Telepaxx Geschäftsführer Andreas Dobler zieht eine Zwischenbilanz und erzählt, wie alles begann, welche Herausforderungen das Unternehmen aktuell bewältigt und was die Zukunft bringt. 

Was ist seit der Gründung von Telepaxx passiert? Welche Herausforderungen gab es anfangs und wie hat sich die Firma seitdem entwickelt?

Als Telepaxx im Jahr 1996 gegründet wurde gab es rund um den ursprünglichen Unternehmenszweck – die externe Archivierung medizinischer Daten – sehr viele ungeklärte Aspekte zu Technologie, Datenschutz, Machbarkeit, Vermarktbarkeit, Akzeptanz. Heute sind wir stolz darauf, alle Hürden gemeistert zu haben und die größte europäische Health Cloud zu betreiben. Dabei kommt uns die richtig antizipierte technologische Entwicklung in den Bereichen Storage und Internet-Bandbreite sehr zugute. Die Eckdaten – 10 Milliarden Bilder, 600 angebundene Kliniken, Hunderte von Ärzten und Tausende von Patienten als Nutzer unserer datenschutzzertifizierten Health Cloud Services – sprechen für sich.

Ein so neuartiges Konzept am Markt zu etablieren, braucht viel Zeit. Wie bleibt man dabei motiviert? 

In den letzten 20 Jahren haben wir unbeirrt an unsere Ideen geglaubt und diese hartnäckig verfolgt. Das geht nur mit der festen Überzeugung, das Richtige zu tun. Der Hartnäckigkeit, die eigenen Ziele unbedingt erreichen zu wollen. Und geduldigen Investoren, die nicht sofort die Nerven verlieren, wenn das Erreichen des Break Even länger dauert als zunächst geplant. Die Motivation ziehen wir aus den zahlreichen Kunden, die uns die langfristige Verfügbarkeit ihrer Daten anvertrauen.

Das Gesundheitswesen hat sich seit 1996 stark verändert. Wie reagiert Telepaxx auf diese Veränderungen und was macht es anders als andere?

Seit vielen Jahren herrscht im deutschen Gesundheitswesen enormer Druck, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Wir ermöglichen den Radiologien, sich auf ihre medizinischen Kernprozesse zu konzentrieren. Denn wir entlasten durch die gemeinsame Nutzung teurer Infrastruktur die investiven Budgets und minimieren die steigenden Kostenrisiken, welche durch regelmäßigen Migrationsbedarf exponentiell wachsender Datenbestände entstehen. Als zweiten Aspekt möchte ich die zunehmende Online-Integration von Patienten in moderne Behandlungsprozesse anführen. Dafür bieten wir mit HealthDataSpace eine datenschutzzertifizierte Health Cloud zum sichen Austausch von Bildern, Befunden und anderen medizinischen Daten an. Das ermöglicht Patienten, selbstbestimmt an der medizinischen Kommunikation teilzunehmen.

Welche Herausforderungen bewältigt Telepaxx aktuell und wie treibt es die Entwicklungen in der Medizin-IT voran?

Beim Aufbewahren medizinischer Daten kommen mittlerweile neben Kosten- und Technologie-Aspekten immer mehr funktionale Wünsche und zusätzliche Nutzergruppen hinzu. Exponentiell wachsende Datenmengen sicher und günstig für Mediziner zu archivieren, reicht im Jahr 2017 nicht mehr aus. Medizinische Daten müssen in Zeiten der Share Economy datenschutzkonform teilbar und überall nutzbar sein. Im Rahmen dieser Entwicklung werden unsere eHealth-Dienste immer öfter auch außerhalb der Radiologie und von Nicht-Medizinern verwendet.

“Wir ermöglichen Patienten kostenfrei den selbstbestimmten und sicheren Umgang mit ihren Daten.” Andreas Dobler, Telepaxx Geschäftsführer

Dabei rückt der Patient immer mehr in den Fokus. Dieser möchte zunehmend selbst über seine Daten bestimmen, und wird mit dem Patientenrechtegesetz sowie der EU-Mobilitätsrichtlinie für Patienten in diesem Bestreben bestärkt. Die eHealth-Dienste von Telepaxx unterstützen die Entwicklung der Medizin-IT, indem sie den klinischen Workflow über Einrichtungsgrenzen hinaus verlängern, vor allem an der intersektoralen Schwelle zwischen ambulanter und stationärer Medizin. Dass der Patient im Mittelpunkt steht, ist für Telepaxx kein leeres Versprechen. Wir ermöglichen Patienten kostenfrei den selbstbestimmten und sicheren Umgang mit ihren Daten.

Und zum Schluss ein kleiner Ausblick in die Zukunft: Wie wird sich der Gesundheitsmarkt entwickeln und wo steht Telepaxx in 10 Jahren?

Der Gesundheitsmarkt wird in den kommenden Jahren von drei Aspekten geprägt sein: Die schon länger anhaltenden Konzentrationsprozesse sowie der zunehmende Ärztemangel führen dazu, dass es in 10 Jahren deutlich weniger Kunden aber auch weniger Anbieter von Medizin-IT geben wird als heute. Der Trend zur Digitalisierung medizinischer Daten ist weitgehend abgeschlossen. In der näheren Zukunft geht es darum, diese überall und sicher verfügbar zu machen. Dabei verschiebt sich der Fokus ganz klar von den Applikationen hin zum Content.

Wir entwickeln uns weg vom reinen Archivieren, hin zur Datennutzung durch alle am Behandlungsprozess Beteiligten.” Andreas Dobler, Telepaxx Geschäftsführer

Immer mehr Patienten möchten frei über ihre medizinischen Daten verfügen und mitbestimmen, wer diese für welchen Zweck erhält. Hierfür müssen auch komplexe Sicherheitstechnologien extrem einfach bedienbar und auf so gut wie jeder Plattform verfügbar sein. Zu guter Letzt ermöglichen die wachsenden Sammlungen medizinischer Daten zunehmend Big Data Ansätze, um neue Potentiale in Forschung, Diagnostik und Therapie zu erschließen. Dabei müssen immer auch Chancen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Und diese bewertet jeder Betroffene abhängig von seiner jeweiligen Lebenssituation unterschiedlich. Hier werden sich durch die unmittelbar bevorstehende Novellierung des Datenschutzes in der EU neue Aspekte ergeben.

Der Schwerpunkt unserer eHealth-Dienste verlagert sich weg vom reinen Archivieren hin zur Nutzung der gespeicherten Daten durch alle Teilnehmer am Behandlungsprozess inklusive dem Patienten. Dabei stellt die Archivierung immer noch einen wichtigen, aber eben nicht mehr den zentralen Nutzen dar. Die Anwender werden nicht nur sicher Medizindaten miteinander austauschen, sondern sich auch geschützt darüber unterhalten können.

 

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