Das Ausmaß der flächendeckenden Bespitzelung aller Bürger durch nationale und internationale Sicherheitsdienste sprengt jede Vorstellungskraft. Was kann man als Einzelner dagegen tun?

Deutsche schätzen das Niveau des Datenschutzes im eigenen Land etwas höher ein als anderswo. Dennoch wünschen sich fast zwei Drittel mehr Datenschutz. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Big Data und Datenschutz”, welche das Handelsblatt Research Institute diesen Oktober im Auftrag der Deutschen Telekom durchgeführt hat. Die Verwendung ihrer Daten für Big-Data-Analysen lehnen die befragten Studienteilnehmer dabei nicht grundsätzlich ab. Sie differenzieren aber stark nach dem persönlichen Vorteil und Nutzen: So würden laut Studie drei Viertel ihre Daten zur Verfügung stellen, wenn sich dadurch ihre medizinischen Leistungen verbessern. Für bessere Kaufempfehlungen in Form von personalisierter Werbung würde dagegen nur jeder Zehnte seine persönlichen Daten herausgeben. Die Studie stellt weiterhin fest: Bei einer verlässlichen Anonymisierung der Daten wären praktisch alle Teilnehmer bereit, persönliche Informationen für bestimmte Zwecke bereitzustellen.

Diese Studie zeigt ungewollt auch das ganze Dilemma. Sie geht davon aus, dass der Bürger sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung wahrnehmen kann, was aber offensichtlich nicht mehr der Fall ist. Ein Bild bei dem Barack Obama ein fiktives Gespräch mit einem kleinen Mädchen führt, beschreibt die Situation pointiert, aber treffend. Das Kind sagt: „Mein Vater sagt, Du kannst in unseren Computer gucken“. Die Antwort des Präsidenten: „Das ist nicht Dein Vater.“

Wie aber soll man als Einzelner mit dieser Situation umgehen? Das Internet hat das Leben der meisten Menschen in unserer Informationsgesellschaft in einem Ausmaß durchdrungen, so dass ein völliger Verzicht für die meisten unvorstellbar erscheint. Die Antwort ist auf den ersten Blick banal einfach, aber nicht ganz so trivial umzusetzen. Sei achtsam mit den Daten, traue niemandem und verschlüssele alles, was Deinen Rechner Richtung Internet verlässt. Nur so können wir selbst bestimmen, wer unsere Daten nutzen darf.

Telepaxx trägt mit Milliarden archivierter Bilder von Millionen von Patienten eine besondere Verantwortung und hat obigen Leitsatz von Anfang an konsequent umgesetzt. Alle archivierten Daten werden pseudonymisiert und verschlüsselt übertragen, verarbeitet und aufbewahrt. Diese sichere Technologie steht ab Anfang 2014 nicht nur Arztpraxen und Kliniken, sondern mit der Markteinführung von HealthDataSpace auch jedem Patienten zur Verfügung. Damit kann man Daten nicht nur sicher speichern, sondern auch datenschutzkonform teilen und verschicken.

Schon seit 2003 lässt sich Telepaxx freiwillig extern datenschutzzertifizieren, wie die nebenstehenden Gütesiegel belegen. Datenschutz Made in Germany oder kurz German Privacy entwickelt sich für uns zu einem strategischen Vorteil im internationalen Wettbewerb, wo es mittlerweile in einem Atemzug mit German Engineering genannt wird.

 

Andreas Dobler ist Geschäftsführer von Telepaxx sowie stellvertretender Geschäftsführer von Digithurst. Er verantwortet insbesondere die Konzeption und Weiterentwicklung des ePACS Speicherdienstes sowie die strategische Weiterentwicklung von HealthDataSpace. Der Betriebswirtschaftler ist seit 1990 im IT-Gesundheitswesen tätig und hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Datenschutz und eHealth. Ehrenamtlich engagiert sich der zweifache Familienvater bei der SpVgg Roth für den Basketballsport.

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