Der von Telepaxx seit 1996 betriebene e-pacs Speicherdienst stellt ein klassisches Cloud Archiv dar. Doch was bedeutet Cloud Computing eigentlich genau?

 

Cloud Computing bezeichnet den Ansatz abstrahierte IT-Infrastrukturen (Rechner, Speicher, Applikationen) über lokale und öffentliche Netze zu nutzen, ohne diese Ressourcen vorhalten oder kennen zu müssen. Der Cloudbegriff gründet vermutlich auf der bei vielen Anbietern üblichen Darstellung der  Kommunikationsinfrastruktur (LAN/WAN) als Wolke.

Das National Institute for Standards and Technology (NIST) veröffentlichte 2009 eine  weitgehend akzeptierte Definition mit drei  verschiedenen Servicemodellen:

IaaS – Infrastructure as a Service:
Die Nutzung zentral vorgehaltener Computer-Ressourcen und Netzwerke durch den Anwender mit eigener Software.

PaaS – Platform as a Service:
Der Betrieb komplexer Systemumgebung mit flexiblen, dynamisch anpassbaren Rechen- und Datenkapazitäten mit eigener Software durch einen Service Provider.

SaaS – Software as a Service
Die Nutzung von fremder Software einschließlich der kompletten Betriebsumgebung on Demand.

Darüber hinaus enthält die Definition des  (NIST) vier Liefermodelle für Cloud Solutions:

Als Public Cloud wird die Nutzung von IT-Services bezeichnet, die vom Provider außerhalb der Kunden-Infrastruktur in der Regel in Rechenzentren betrieben werden. Im Gegensatz dazu werden bei der Private Cloud diese Dienste von einem Provider beim Kunden betrieben. Hybrid Clouds bieten die kombinierte Nutzung der Dienste aus Public Clouds und Private Clouds nach den Bedürfnissen ihrer Nutzer. Eine Sonderform stellen Community Clouds dar, bei denen die Teilnehmer nicht nur Dienste und Ressourcen nutzen, sondern diese auch selbst für andere Anwender zur Verfügung stellen.

Die Besonderheit medizinischer Clouds liegt in den weit reichenden Datenschutzbestimmun-gen für patientenbezogene medizinische Daten sowie dem uneingeschränkten Recht des Patienten auf informationelle Selbstbestim-mung. Hinzu kommt die Problematik der Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Institutionen auf Grund der begrenzten Standardisierung der Datenformate im Gesundheitswesen. Schon die eindeutige Identifikation des Patienten stellt bei Daten, die von verschiedenen Einrichtungen abgegeben werden, eine beachtliche Herausforderung dar.

Wenn das alles so schwierig ist, warum sollte man denn überhaupt eine medizinische Cloud nutzen? Schon heute werden diese Lösungen für Anwendungen eingesetzt, bei denen die Vorteile auf der Hand liegen:

  •  Herstellerunabhängige Langzeitarchivierung ohne eigenes physikalisches Archiv mit dem e-pacs Speicherdienst
  •  Elektronische Fallakten in Praxisnetzen
  •  Klinikportale für die Kommunikation mit dem ambulanten medizinischen Umfeld
  •  Überweiserportale medizinischer Dienstleister wie z.B. Radiologen oder Labore

Andreas Dobler ist Geschäftsführer von Telepaxx sowie stellvertretender Geschäftsführer von Digithurst. Er verantwortet insbesondere die Konzeption und Weiterentwicklung des ePACS Speicherdienstes sowie die strategische Weiterentwicklung von HealthDataSpace. Der Betriebswirtschaftler ist seit 1990 im IT-Gesundheitswesen tätig und hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Datenschutz und eHealth. Ehrenamtlich engagiert sich der zweifache Familienvater bei der SpVgg Roth für den Basketballsport.

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