Mit 2.500 Betten gehört das Klinikum Nürnberg zu den größten kommunalen Kliniken Europas. Die Verantwortlichen entschieden, die Langzeitarchivierung sämtlicher in Radiologie und Kardiologie erstellten Bilder einem herstellerunabhängigen Dienstleister zu übertragen. Im Rahmen einer umfangreichen PACS Ausschreibung wurde die Langzeitarchivierung in einem eigenen Los abgefragt und vergeben.

Die Speicherung digitaler Bilder begann in der Radiologie des Klinikum Nürnberg bereits im Jahr 2000. Am Anfang wurden die Bilder einzelner Modalitäten archiviert und bereits fünf Jahre später war eine komplexe SAN-Landschaft (Storage-Area-Network) entstanden. Mit der Einführung einer klinikweiten PACS-Lösung, die sich über die Standorte Nürnberg-Nord und Nürnberg-Süd sowie drei weitere kommunale Häuser in der näheren Umgebung erstreckte, entschied sich die Klinikleitung auch die Langzeitarchivierung in einem eigenen Los auszuschreiben.

“Bei 250.000 Untersuchungen pro Jahr und einem täglichen Bilddatenaufkommen von 25 GB war schnell klar, dass der Langzeitarchivierung ausreichend Bedeutung beigemessen werden muss.”, beschreibt Dipl. Phys. Roland Simmler die Ausgangssituation.

Kliniken übernehmen bei der Speicherung von Patientendaten im Rahmen des Datenschutzes eine besonders verantwortungsvolle Position. Deshalb spielte der Umgang mit sensiblen Informationen bei der Auswahl einer Lösung für die digitale Langzeitarchivierung eine besondere Rolle.

Niedrigste Kosten pro TeraByte

Bei der Entscheidung für die herstellerunabhängige Lösung von Telepaxx waren jedoch nicht allein das Datenschutzgütesiegel des Unabhängigen Datenschutzlandeszentrum in Kiel und die Zertifizierung mit dem europäischen Datenschutzsiegel EuroPriSe ausschlaggebend. Unter der Leitung von Roland Simmler wertete eine 15 Personen umfassende Projektgruppe zahlreiche unterschiedliche Parameter aus. Jede einzelne Angabe der Anbieter wurde mit Punkten von eins bis fünf bewertet, um Bauchentscheidungen auszuschließen.

“Das Ergebnis lieferte die exakten Kosten normiert auf 1 TB für 10 Jahre, sprich: Wieviel kostet die Archivierung jedes einzelnen TeraByte über 10 Jahre gesehen.”, erläutert Roland Simmler.

Im Rahmen der Ausschreibung wollte er wissen: Wieivel kosten die unterschiedlichen Lösungen nach 5 Jahren, nach 10 Jahren, welche Kosten fallen für Hardware und welche für Wartung und Service an? Die anderen Teilnehmer im Wettbewerb boten festplattenbasierte Lösungen oder Jukeboxsysteme mit DVD bzw. Bandlaufwerken. Außerdem überließ es das Projektteam den Unternehmen, ob sie die Lösung zum Kauf oder als externe Serviceleistung anbieten wollten. Doch das Angebot von Telepaxx blieb unschlagbar. Das fränkische Unternehmen setzt mit seiner Dienstleistung auf den Genossenschaftsgedanken. Telepaxx löst für seine Kunden ein Problem, das sonst jeder EDV-Verantwortliche für sein Krankenhaus erneut lösen müsste: ein sicheres und kostengünstiges Archivkonzept für die Dauer von bis zu 30 Jahren.

Datenmigration ausgeschlossen

Erwartungsgemäß beginnen die Probleme mit der Archivierung dann, wenn Hardware-Bauteile von den Herstellern abgekündigt werden. Und das ist in der Elektro- und Informationstechnologie bekannternmaßen schnell der Fall. Produktlebenszyklen erreichen hier oftmals nicht die 7-Jahresmarke. Dann müssen sämtliche Medizindaten auf eine neue Speichertechnologie migriert werden. Ein Prozedere, das jeden IT-Verantwortlichen fast erstarren lässt. Hatte man sich für eine Jukebox entschieden, müssen zahllose Bänder oder DVDs geholt, geladen und gewechselt werden. Telepaxx löst das durch eine permanente, asynchrone und kostenfreie Migration im e-pacs storage center.

Ein Vorgang, der denjenigen erspart bleibt, die auf hochverfügbare Festplatten-Lösungen gesetzt hatten. Doch hier lauert die Kostenfalle, rechnet der Physiker Roland Simmler vor: “Bei unseren 15 TB pro Jahr ist ein komplettes Festplatten-Rack schnell voll. Das schlägt mit einem mittleren sechsstelligen Betrag zu Buche.” Aber dabei bleibt es nicht. Nachdem auch Festplatten ausfallen können und mit einer gewissen Downtime zu rechnen ist, verlangt die Datensicherheit nach einer Ausfall-Lösung und so braucht man eigentlich zwei Systeme. Und das alle 7 bis 10 Jahre.

Sicherheit für 30 Jahre

Die Idee des e-pacs Speicherdienst basiert auf einem einfachen Konzept. Die Bilder sämtlicher Modalitäten werden vom Online-PACS-Archiv automatisch zum e-pacs Departmentserver weitergeroutet. Dieser sammelt tagsüber die Bilder und sorgt so für eine doppelte Datenvorhaltung von Anfang an. Ins Telepaxx Rechenzentrum schickt das System die Bilder zu Zeiten, in denen die Netzlast gering ist und der Arbeitsablauf nicht beeinträchtigt wird: meistens nachts. Denn die mehr als 50 Modalitäten an den insgesamt 5 verbundenen Kliniken sorgen für enormen Datenverkehr.

Die redundante PACS-Lösung in den Kliniken Nürnberg-Nord und Nürnberg-Süd sieht eine Online-Verfügbarkeit der erstellten Bilder von 5 Jahren vor. Auch wenn die Retrieval-Rate für Bilder aus dem Telepaxx Rechenzentrum gering ist, schätzt man diesen besonderen Service im Klinikum sehr. 30 Jahre Datenarchivierung sind Pflicht. Und die erfüllt das Unternehmen um Andreas Dobler zu einem unschlagbaren Preis pro TeraByte. Auch nach mehr als 3 Jahren externer Langzeitarchivierung ist Roland Simmler überzeugt, mit Telepaxx haben sie das große Los gezogen.

Andreas Dobler ist Geschäftsführer von Telepaxx sowie stellvertretender Geschäftsführer von Digithurst. Er verantwortet insbesondere die Konzeption und Weiterentwicklung des ePACS Speicherdienstes sowie die strategische Weiterentwicklung von HealthDataSpace. Der Betriebswirtschaftler ist seit 1990 im IT-Gesundheitswesen tätig und hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Datenschutz und eHealth. Ehrenamtlich engagiert sich der zweifache Familienvater bei der SpVgg Roth für den Basketballsport.

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