Die digitale Langzeitarchivierung stellt zahlreiche Kliniken vor große Herausforderungen. Ein praktikabler Lösungsansatz: die herstellerunabhängige externe Langzeitarchivierung bei einem spezialisierten Dienstleister. Die Knappschaft Bahn See schickt die radiologischen Bilder ihrer Krankenhäuser einfach ins Telepaxx Langzeitarchiv.

Die Krankenhäuser der Knappschaft Bahn See in Bochum, Dortmund, Recklinghausen, Bottrop, Sulzbach und Gelsenkirchen verfolgten ursprünglich eine einheitliche PACS Lösung mit einem dezentralen Archivierungsansatz. Doch bereits innerhalb des ersten Jahres mit einem PACS stellte Christian Bauer, IT-Manager Medizinisches Netz, fest, dass das kein Ansatz für die Ewigkeit sein würde.

„Die für die Langzeitarchivierung beschafften DVD-Jukeboxen in den einzelnen Kliniken liefen schnell voll und der Datenaustausch langzeitarchivierter Röntgenbilder von Haus zu Haus war nicht einfach“, blickt Christian Bauer zurück.

 

Zuletzt beschäftigte sich in einzelnen Häusern ein Mitarbeiter die Hälfte des Arbeitstages damit, DVDs zu wechseln, um Altstudien für die Radiologie verfügbar zu machen. Doch seit der Umstellung auf eine digitale Datenfernarchivierung bei einem externen Dienstleister kümmern sich die Kollegen der IT-Abteilungen wieder um ihr Kerngeschäft.

Zertifizierter Datenschutz

Etwa zehn TeraByte an radiologischen Bilddaten produzieren die Untersuchungsgeräte in den sechs Krankenhäusern der Knappschaft Bahn See pro Jahr. Alle Bilder werden heute unmittelbar nach der Diagnostik einfach zu Telepaxx nach Büchenbach geschickt. Der IT-Dienstleister erkannte den Trend früh und spezialisierte sich auf die sichere herstellerneutrale Langzeitarchivierung medizinischer Datensätze. Der e-pacs Speicherdienst erhielt im Jahr 2003 vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Kiel das Datenschutzgütesiegel. Seit 2008 attestiert zusätzlich das European Privacy Seal (EuroPriSe Siegel), dass der e-pacs Speicherdienst konform mit den europäischen Bestimmungen zu Datenschutz und Datensicherheit betrieben wird.

„Die frühzeitige Datenschutzzertifizierung war für uns besonders wichtig. Denn die gesicherte Datenübertragung und Archivierung ist für Kliniken das A und O bei der Auslagerung ihrer Bilder zu einem Dienstleister“, erläutert Telepaxx Geschäftsführer Andreas Dobler sein Konzept.

Seine Geschäftsidee vermittelt etwas vom Genossenschaftsgedanken: Er löste das Problem der Langzeitarchivierung auf einer neutralen Basis und jeder Telepaxx Kunde kann davon profitieren.Technologiestandards wechseln im Umfeld der IT schnell. Für jeden Klinik-EDV-Verantwortlichen ist es ein Horrorszenario, daran zu denken, dass irgendwann mehr als zehn TeraByte an Bilddaten auf eine neue Hardware-Plattform zu migrieren sind.

„Diesen Arbeitsaufwand könnten wir mit unserer eigenen Mannschaft kaum bewältigen“, erläutert Christian Bauer. „Was wir möchten ist Kontinuität und kein ständiger Technologiewechsel.“

Als der IT-Leiter von der Telepaxx Idee erfuhr, war er schnell begeistert und sah sich das Konzept näher an. Kurz darauf ging es Schlag auf Schlag: Es wurden Strategien und Konzepte entwickelt wie die Bilddaten aus den DVD Jukeboxen am besten zu Telepaxx nach Büchenbach geschickt werden konnten.

Nie mehr Daten migrieren

Für Christian Bauer stellt das Telepaxx Konzept eine kostengünstige und sichere Alternative zur Langzeitarchivierung der Bilddaten der Knappschaftskliniken dar. Damit konnte er ein zentrales Thema, mit dem er sich lange beschäftigte, , ad acta‘ legen. Denn die Knappschaft Bahn See ging einst aus der Krankenversicherung von Bergleuten hervor. Und so wundert es nicht, dass in allen Häusern – im Vergleich zu anderen Kliniken im Bundesgebiet – überproportional viele Arbeitsunfälle dokumentiert sind. Für die radiologischen Bilddaten bedeutet das eine Archivierungspflicht von 30 Jahren.

Das heißt, sämtliche dieser Bilder müssten während ihrer Archivpflicht etwa fünf bis sechs mal auf neue Technologie-Plattformen migriert werden. Ein unvorstellbarer Aufwand. Bei Telepaxx im fränkischen Büchenbach läuft die Datenmigration für alle Kunden herstellerunabhängig und unbemerkt im Hintergrund ab. Seit die Knappschaft Telepaxx als Dienstleister wählte wurden bereits sämtliche Datensätze, ohne dass Christian Bauer oder die Radiologen der Kliniken davon etwas mitbekamen, kostenfrei auf einen neuen Technologiestandard übertragen. Die sichere Datenlangzeitarchivierung ist jedoch nur ein Vorteil, den Telepaxx seinen Kunden bietet.

Prüfung auf DICOM Standard inklusive

Der zweite große Vorteil ist die Prüfung aller Bilder bezüglich des DICOM Standards. Diese Prüfung stellt bei der Erstmigration die IT-Abteilung, den PACS Hersteller und die Telepaxx Techniker nicht selten vor eine Herausforderung. Aber sobald alle Daten bei Telepaxx korrekt einsortiert sind, bedeutet das Ergebnis eine ungeahnte Freiheit. Denn durch die DICOM-konforme herstellerneutrale externe Speicherung stehen den Kunden zukünftig alle Wege offen, den PACS Hersteller vor Ort zu wechseln. Und diese Freiheit genießt Christian Bauer sichtlich. Denn bei ihm steht gerade ein Generationswechsel der PACS Software an. Für ihn ist der Aufwand nun identisch: egal ob PACS Software-Upgrade oder Herstellerwechsel. Und eine Umfrage bei seinen favorisierten PACS Firmen ergab, dass alle Unternehmen bereits Schnittstellen zu Telepaxx realisierten. Das garantiert, dass die langzeitarchivierten Bilder auch weiterhin jederzeit innerhalb von Sekunden aus dem lokalen Speicher bzw. binnen weniger Minuten aus dem 500 Kilometer entfernten Büchenbach geladen werden können.

Valide Langzeitarchivierung ohne Zusatzkosten

So unglaublich es klingen mag, neben den offensichtlichen technischen Vorteilen profitieren die Telepaxx Kunden auch in finanzieller Hinsicht von der digitalen Langzeitarchivierung. Einige dieser Kosten lassen sich klar beziffern. Das betrifft die Jukeboxen, die Speichermedien und die Wartungskosten. Was für Christian Bauer schwer zu quantifizieren ist, sind die administrativen und organisatorischen Einsparungen. Aber wichtiger als die genaue Höhe der Summe ist, dass er und die Krankenhäuser sich wieder um IT-Strategien kümmern können und keiner der Mitarbeiter „Diskjockey“ spielen muss.

„Die Speicherdienstlösung kostet uns nicht mehr Geld. Wir müssen weder investieren, noch haben wir Zusatzkosten und die monatlichen Fixkosten sind überschaubar. Für uns hat sich das Projekt gerechnet.“ bestätigt der IT-Leiter.

Was ihn ebenfalls freut ist das positive Feedback der Radiologen. Die merken oftmals nicht, ob die Bilddaten vom lokalen Server oder aus Büchenbach geholt wurden. Obwohl nicht nur Christian Bauer, sondern auch die Radiologen mit der aktuellen Speicherlösung mehr als zufrieden sind, wird bereits für die Zukunft geplant. Denn die Datenexplosion im Gesundheitswesen hält an und diese benötigt eine valide herstellerunabhängige Langzeitarchivierung. Schon in Kürze werden wohl neben den Bildern der Radiologie auch die Filme der OP-Dokumentation und andere Daten einfach nach Büchenbach zu Telepaxx geschickt werden.

Foto: Knappschaft Bahn See Bottrop

Andreas Dobler ist Geschäftsführer von Telepaxx sowie stellvertretender Geschäftsführer von Digithurst. Er verantwortet insbesondere die Konzeption und Weiterentwicklung des ePACS Speicherdienstes sowie die strategische Weiterentwicklung von HealthDataSpace. Der Betriebswirtschaftler ist seit 1990 im IT-Gesundheitswesen tätig und hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Datenschutz und eHealth. Ehrenamtlich engagiert sich der zweifache Familienvater bei der SpVgg Roth für den Basketballsport.

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