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Cloud ist der Schlüssel: Wie das Klinikum Nürnberg sein Bildarchiv für die Zukunft aufstellt
Die Radiologie entwickelt sich ständig weiter. Innovativen Technologien kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, um die Patientenversorgung und den sicheren Umgang mit sensiblen Bilddaten zu gewährleisten. Gleichzeitig wächst die Menge der zu verwaltenden Bilddaten rasant und Ärzte wie Patienten erwarten, dass radiologische Bilder jederzeit digital verfügbar sind. Vor diesem Hintergrund hat das Klinikum Nürnberg, eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland, entschieden, sein Bilddaten-Archiv zu modernisieren und die digitale Transformation voranzutreiben. Im Fokus stand die Umstellung des herstellerneutralen Bandarchivs auf eine moderne, skalierbare Cloud-Lösung.
Der Kunde
Das Klinikum Nürnberg: Eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland
Mit rund 8.400 Beschäftigten, über 2.200 Betten und mehr als 335.000 stationären und ambulanten Patienten im Jahr ist das Klinikum Nürnberg eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland. An zwei Standorten behandelt das Klinikum Nürnberg Patientinnen und Patienten aus der gesamten Metropolregion Nürnberg – und das schon seit 1897. Darüber hinaus gehören die Krankenhäuser Nürnberger Land mit zwei Standorten und das Ambulante BehandlungsCentrum mit über 20 Standorten zum Klinikum Nürnberg. Als universitäter Maximalversorger bietet das Klinikum Nürnberg das komplette Leistungsspektrum der medizinischen Versorgung, das alle medizinische Disziplinen umfasst.
Das Klinikum Nürnberg setzt im Rahmen seiner Modernisierung vor allem auf eine stetige bauliche Weiterentwicklung wie auch auf eine klare Digitalisierungsstrategie, mit dem Ziel, die Zukunft der Medizin aktiv mitzugestalten. Ein Baustein dieser Digitalisierungsstrategie ist die Modernisierung des Bilddaten-Archiv das von einem herstellerneutralen Bandarchiv auf eine moderne, skalierbare Cloud-Lösung umgestellt werden sollte.
“Um uns zukunftsfähig aufzustellen und unsere Prozesse weiter zu digitalisieren, haben wir uns nun für den nächsten Schritt entschieden und sind mit unserem Bildarchiv den Weg in die Cloud gegangen”
Dr. Josefin Ammon, Direktorin des Instituts für Medizinische Physik am Klinikum Nürnberg
Die Herausforderung
Modernisierung des zentralen Bilddaten-Archivs
Das Klinikum Nürnberg speichert seine radiologischen Bilddaten seit der Jahrtausendewende digital. Zunächst wurden Bilder einzelner Modalitäten archiviert, was jedoch bald zu einer komplexen SAN-Landschaft (Service Area Network) führte. Daher trennte das Klinikum Nürnberg 2007 im Zuge einer klinikweiten Einführung einer neuen PACS-Lösung, die Langzeitarchivierung vom Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem.
Das Klinikum bewertete damals verschiedene Optionen der Langzeitarchivierung: serverbasierte Lösungen, festplattenbasierte Systeme sowie Jukebox-Lösungen. Es wurden sowohl Kaufoptionen als auch externe Serviceleistungen (as-a-Service) verglichen. Letztlich fiel die Wahl auf das serverbasierte, herstellerneutrale Langzeitarchiv von Telepaxx, welches seit 18 Jahren erfolgreich in Betrieb war. “Um uns zukunftsfähig aufzustellen und unsere Prozesse weiter zu digitalisieren, haben wir uns nun für den nächsten Schritt entschieden und sind mit unserem Bildarchiv den Weg in die Cloud gegangen”, erklärt Dr. Josefin Ammon, Direktorin des Instituts für Medizinische Physik am Klinikum Nürnberg.
Die Umstellung des Langzeitarchivs auf eine cloud-basierte Lösung ist ein signifikanter Schritt im Rahmen der digitalen Transformation des Gesundheitswesens. Denn während die Cloud in vielen Branchen seit Jahren etabliert ist, zögerten viele Entscheider im Gesundheitswesen noch. Gründe dafür waren zum Beispiel fehlende rechtliche Rahmenbedingungen sowie hohe Sicherheitsanforderungen an den Umgang mit Patientendaten.
Aufgrund der Vorteile der Cloud-Technologie für die Vernetzung und Digitalisierung sowie der sich verändernden Rechtslage, entschied sich das Klinikum Nürnberg jetzt auf die Cloud zu setzen. Im Herbst 2023 wurde eine Strategie entwickelt, um schrittweise Bilddaten und Workflows in die Cloud zu migrieren. Dabei hielt das Klinikum am bewährten SaaS-Prinzip (Software-as-a-Service) fest und entschied sich unter anderem aufgrund des höheren Aufwands gegen ein selbst gemanagtes Cloud-Archiv.
Die Lösung
Cloud-Technologie als Treiber der Vernetzung
Um das Projekt erfolgreich umzusetzen, verfolgte das Klinikum einen strukturierten Ansatz. Zunächst entwickelte das Team um Dr. Ammon ein umfassendes Cloud-Konzept, das die spezifischen Anforderungen des Klinikum Nürnbergs berücksichtigte.
Im Rahmen dieses Konzepts wurde die DICOM-Archivierung als erster Use Case im Bereich des Bilddatenmanagements identifiziert. Um die Sicherheit der Patientendaten zu gewährleisten, wurden zudem die rechtlichen Rahmenbedingungen sorgfältig analysiert, insbesondere die Anforderungen des C5–Kriterienkatalogs, des Standards ISO-27001 sowie und der DSGVO sorgfältig analysiert, um die Sicherheit der Patientendaten zu gewährleisten.
Gemeinsam mit seinem langjährigen Archivdienstleister erstellte das Klinik-Team zur operativen Umsetzung einen Migrationsplan, der eine schrittweise Überführung der bestehenden Altdaten vorsah. “Wir haben die Migration in mehreren Phasen durchgeführt, um den laufenden Betrieb nicht zu stören und die Integrität der Daten sicherzustellen”, so Jürgen Hertlein, Gruppenleiter Radiologische Informatik am Institut für Medizinische Physik des Klinikum Nürnberg.
Das Ergebnis
Schnellerer Datenabruf, weniger IT-Aufwand und Fundament für weitere Digitalisierung
Dank der sorgfältigen Planung konnte das Klinikum eine zukunftssichere, cloud-basierte Archivlösung implementieren, welche die Effizienz steigert und hohe Sicherheitsstandards gewährleistet.
Die Bildwiederherstellung erfolgt nun deutlich schneller, so dass das medizinische Personal direkt Verbesserungen spürt. So werden Bilddaten zügiger im Viewer angezeigt und der Austausch mit anderen Einrichtungen wurde durch die digitale Übermittlung von Bildern per QR-Codes vereinfacht. Zudem wurden die Speicherkosten durch den Wechsel von großen, physischen Vor-Ort-Speichern zu einem virtuellen Server gesenkt. Das schafft Platz und minimiert den erforderlichen Wartungsaufwand. Auch das Team der Radiologischen Informatik wird hierdurch entlastet und gewinnt Zeit für andere wichtige Aufgaben.
Darüber hinaus erfüllt die cloud-basierte Archivlösung sämtliche Anforderungen an den Datenschutz und die Datensicherheit, worauf das Klinikum Nürnberg besonderen Wert legt. Zusätzlich zur Verschlüsselung werden die Daten mehrfach redundant in modernen, speziell gesicherten Cloud-Rechenzentren in Deutschland archiviert. Auch war es dem Klinikum als KRITIS-Haus sehr wichtig, dass die eingesetzte SaaS-Lösung den C5-Standard des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllt, um den höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden.
Schnellere Bildwiederherstellung
Deutlich schnellere Bildanzeige im Viewer durch Wechsel zu einem zentralen Cloud-Archiv
Geringere Speicherkosten
Durch den Wechsel zu einem virtuellen Server konnten die Speicherkosten gesenkt werden.
Die Cloud ist der Schlüssel zur Digitalisierung und Transformation des Bilddatenmanagements in bildgebenden Fachbereichen und fördert die Effizienz, Flexibilität sowie Sicherheit in der Patientenversorgung. Mit der Migration seines DICOM-Archivs ist das Klinikum Nürnberg gut überlegt den Schritt in die Cloud gegangen und hat sein Bilddatenmanagement erheblich verbessert.
“Wir müssen auch bei einem Internetausfall unsere Betriebsbereitschaft gewährleisten – das gilt es bei der Einführung von Cloud-Technologien im Krankenhaus stets zu berücksichtigen.” sagt so Dr. Ammon. Die Migration des Langzeitarchivs in die Cloud war daher ein logischer erster Schritt, um positive Aspekte moderner Technologien nutzen zu können und gleichzeitig die Betriebssicherheit sicherzustellen.
Aufbauend auf dem neuen Cloud-Archiv eröffnen sich dem Klinikum Nürnberg nun zusätzliche Möglichkeiten der Digitalisierung von Bild-Workflows, wie beispielsweise ein cloud-basiertes Viewing, welches unter anderem den Zugriff von Zuhause aus ermöglicht und somit die Flexibilität des medizinischen Personals erhöhen kann.
(Fotos: Klinikum Nürnberg | Uwe Niklas, Jasmin Szabo)
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