- Von Doreen Witt
Wie Cloud-Technologie den Alltag in medizinischen Netzwerken erleichtert
Wenn im Notfall ein fachkundiger Kollege mitentscheiden soll, zählt jede Minute. Doch oft bremst die Technik – auch Ärzte in Gesundheitsnetzwerken. Wie moderne Cloud-Lösungen echte Entlastung schaffen und im Ernstfall Menschenleben retten.
Der Kollege in der Partnerklinik braucht nachts um 2 Uhr ein CT-Bild, um rasch eine fundierte Zweitmeinung geben zu können. In einem Gesundheitsnetzwerk sollte das kein Problem sein. Denn in alltäglichen Situationen wie bei einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Damit das im Alltag funktioniert, braucht es eine technische Basis – mit schnellem, direktem Datenzugriff, intuitiver Bedienung und stabilen Prozessen.
Für Ärzteteams in medizinischen Netzwerken heißt das: Sie müssen sich jederzeit auf die Technik verlassen können, um dringend benötigte Informationen und Daten abzurufen – jederzeit, von überall aus. Möglich machen das moderne Cloud-PACS. Sie sichern nicht nur schnelle Entscheidungen, sondern auch den Austausch über Einrichtungsgrenzen hinweg.
Digitale Netzwerke, die klinisch funktionieren
Gerade im Bereich der digitalen Vernetzung entfalten moderne Technologien ihr volles Potenzial und bilden das Rückgrat einer effektiven medizinischen Zusammenarbeit. Zwei Beispiele aus der Praxis zeigen, wie wichtig Netzwerkmedizin für eine optimale Patientenversorgung ist – und welche konkreten Vorteile sich daraus im Klinikalltag ergeben:
1. Konzertierte Versorgung von Schlaganfällen im STENO-Netzwerk
Im sogenannten STENO-Netzwerk sichern 24 bayerische Kliniken rund um die Uhr telemedizinische Expertise bei Schlaganfällen – ein bewährtes Beispiel für gelebte Teleradiologie. Das Prozedere: Wohnortnahe Erstuntersuchung des Patienten, bei konkretem Schlaganfallverdacht Telekonsil mit den Spezialisten in Erlangen, Bayreuth oder Nürnberg, sofortiger regionaler Behandlungsbeginn, Überwachung in der lokalen Stroke Unit und Verlegung nur bei schweren Fällen.
Ergebnis der Zusammenarbeit: Medizinische Netzwerke ermöglichen eine schnelle Versorgung – auch in ländlichen Regionen. Auch kleinere Kliniken profitieren von der ständigen Anbindung an erfahrene Schlaganfallzentren. Ohne zusätzliche Wege für Patienten.
Im Fachjournal Der Nervenarzt konstatieren mehrere Forschende: Deutschlandweit sind derzeit 22 solcher telemedizinischen Schlaganfallnetzwerke im Einsatz.
Sie vernetzen 43 Zentren mit 225 Kooperationskliniken und bieten damit über 48 Millionen Menschen Zugang zu schneller, leitliniengerechter Versorgung. Allein im Jahr 2018 wurden in diesen medizinischen Netzwerken über 38.000 Telekonsile durchgeführt – mit einer Thrombolyserate von 14,1 % und rund 8 % Verlegungen zur Thrombektomie.
2. Gemeinsame Behandlung von Herzinsuffizienz im Asklepios-Netzwerk
Das Herzinsuffizienz-Netzwerk von Asklepios vernetzt Kliniken, Kardiologen und Hausärzte eng miteinander. Es ist zugleich ein perfektes Beispiel für ein innovatives Versorgungsmodell in der Regelversorgung. Im Asklepios-Modell überwacht ein telemedizinisches Zentrum die Patienten kontinuierlich, reagiert früh auf kritische Werte und reduziert so die Klinikeinweisungen.
Ergebnis der Netzwerkkooperation: Durch die engmaschige Überwachung können Ärztinnen und Ärzte kritische Veränderungen früh erkennen und sich unkompliziert telemedizinisch abstimmen. So lassen sich stationäre Aufenthalte reduzieren – insbesondere bei chronisch instabilen Verläufen. Gleichzeitig bleibt die Betreuung für Patientinnen und Patienten standortnah. Dass sich diese Versorgungsform nicht nur organisatorisch, sondern auch medizinisch auszahlt, zeigt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie: Bei telemedizinisch betreuten Herzinsuffizienzpatienten konnte die Überlebensrate um bis zu 27 % gesteigert werden.
Netzwerkstrukturen als Antwort auf Versorgungsengpässe
Wenn vor Ort Fachärzte fehlen, ist nicht Stillstand die Lösung – sondern ein Netzwerk. Digitale Gesundheitsnetzwerke ermöglichen es, dass kleinere Kliniken oder medizinische Versorgungszentren bei komplexen Fällen schnell und direkt auf das Wissen großer Zentren zugreifen können.
Die Lösung für den Expertenmangel in Kliniken liegt nicht im Zufall, sondern in der strukturierten Vernetzung. Und die zeigt Wirkung: Mittlerweile wird jeder zehnte Schlaganfallpatient in Deutschland telemedizinisch versorgt.
Für eine reibungslose Zusammenarbeit muss die Technik mitspielen – ohne Hürden, ohne Extraaufwand. Die Digitalisierung und Telemedizin im Gesundheitssystem bauen jedoch häufig weiterhin auf alten IT-Infrastrukturen auf.
Blog-Tipp
Lesen Sie in unserem Blog, wie Cloud-Technologien die Teleradiologie revolutionieren und effizienter machen.
Laut 61 Prozent der IT-Verantwortlichen im Gesundheitswesen kommt es dabei regelmäßig zu Ausfällen. Um diese Herausforderungen, insbesondere in der vernetzten medizinischen Versorgung, zu meistern, schlagen Cloud-Lösungen eine Brücke zu einer modernen, ausfallsicheren IT-Infrastruktur.
- Die Cloud nutzt standardisierte Services zur sicheren Datenübertragung sowie deren Verschlüsselung inklusive Zertifikatsmanagement. Die eigene Lösungsentwicklung, Wartung und das Update-Management der genutzten IT-Infrastruktur entfallen dadurch. Auch die aufwändige Integration unterschiedlicher Klinik-IT-Systeme wird überflüssig.
- Je nach Bedarf kann das gebuchte Speichervolumen flexibel angepasst werden. So können medizinische Netzwerke durch weitere Partner und gestiegenen Bedarf leicht erweitert werden.
- Wenn medizinische Netzwerke auf der Cloud aufbauen, kann auch bei Ausfall lokaler IT-Systeme die Arbeit im Netzwerk ermöglicht und die Patientenversorgung garantiert werden.
Cloud-Technologie, die den Klinikalltag entlastet
Die Cloud macht es möglich, Bilddaten dort zu sichten, wo sie gerade gebraucht werden: im Besprechungsraum, am Tablet in der Notaufnahme oder unterwegs in Rufbereitschaft.
Befunde und Voruntersuchungen aus anderen Einrichtungen stehen fallbezogen bereit, ohne doppelte Ablage, eine unüberschaubare Datenflut oder zeitfressende Rückfragen. Wenn alle Beteiligten mit denselben Informationen arbeiten und Zweitmeinungen zügig eingeholt werden können, laufen Entscheidungen schneller – und sicherer.
Das bringt konkreten Nutzen für Ärzteteams:
- Zeitgewinn, weil alles Wesentliche sofort zur Verfügung steht.
- Ortsunabhängiger Zugriff, egal ob im Dienst oder unterwegs.
- Weniger Doppeluntersuchungen, weil alle denselben Datenstand nutzen.
- Kosteneffizienz, insbesondere durch gesparte IT-Ressourcen vor Ort.
Unsere TMD Cloud bietet Funktionen, die diese Mehrwerte konkret realisieren.
TMD Cloud: Entwickelt für die Versorgungsrealität
Die Cloud-Lösung von Telepaxx setzt genau da an, wo es zählt: im Alltag von Ärztinnen und Ärzten – mit den Funktionen, die eine funktionierende Netzwerkarbeit braucht:
- Archivieren: Bilddaten und Befunde lassen sich zentral mit klaren Zugriffsregelungen in der Cloud ablegen – die Basis für weitere Anwendungen.
- Teilen: Daten stehen ortsunabhängig und geschützt bereit – direkt im Behandlungskontext, in allen berechtigten Einrichtungen.
- Ansicht und Befundung: Mit dem cloud-basierten Viewer sind Aufnahmen auf jedem Gerät abrufbar – ohne Zusatzsoftware. Zugriffe erfolgen datenschutzkonform und werden dokumentiert – für volle Transparenz im Klinikalltag.
Darüber hinaus bringt die Cloud-Technologie von Telepaxx einen weiteren zentralen Vorteil: Eine Integration mit dem gewohnten KIS und PACS ist einfach möglich. Durch diesen flexiblen und abgesicherten Datenzugriff gewinnen die medizinischen Teams Zeit für die Patientenversorgung zurück, statt sich mit Datensilos oder komplizierten technischen Abläufen zu beschäftigen.
Die Cloud-Lösung von Telepaxx ist hochverfügbar konzipiert – und bietet darüber hinaus auch Ausfallkonzepte, die selbst im Störungsfall helfen, den Klinikbetrieb aufrechtzuerhalten.
Fazit: Die Cloud erleichtert den Alltag in medizinischen Netzwerken
Netzwerkmedizin funktioniert dann reibungslos, wenn die Infrastruktur gut funktioniert. Die TMD Cloud von Telepaxx unterstützt Ärztinnen und Ärzte durch die cloud-basierte Datenhaltung und flexiblen Einsatzmöglichkeiten dabei, die medizinische Zusammenarbeit einrichtungsintern wie einrichtungsübergreifend effizient zu gestalten und die Versorgungsqualität messbar zu verbessern. Eine Win-Win-Situation für Ärzte, Patienten und die Klinik-IT.
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