Viren, Würmer, Trojaner und anderes elektronisches Ungeziefer gefährden zunehmend die Betriebs- und Datensicherheit in Arztpraxen und Krankenhäusern. Mit unseren 10 Tipps sind Sie gut geschützt.

Das Internet bietet Ärzten ein enormes Potential für Information, Kommunikation und elektronische Dienstleistungen, wie z. B. externe Archivierung mit dem e-pacs Speicherdienst. Leider stellt das Internet zunehmend auch eine Bedrohung von Datenschutz und Datensicherheit in medizinischen Einrichtungen dar. Ein Beispiel war ein Wurm, der sich selbstständig über das Internet ausbreitet und Millionen von Computern weltweit befallen hat. Darunter waren leider – und nicht zum ersten Mal – auch zahlreiche medizinische Einrichtungen in Deutschland. Ein Problem dabei sind sicher die mangelnden Sicherheitsmechanismen bestimmter Betriebssysteme, sowie die kriminelle Energie derer, die Viren und Anderes in Umlauf bringen.

Mindestens genauso kritisch ist jedoch auch ein mangelndes Bewusstsein für das Bedrohungspotential aus dem Internet, der dazu führt, dass auch einfachste Selbstschutzmechanismen bei der Internetnutzung missachtet oder nicht richtig angewendet werden. Damit werden enorme Aufwände und Kosten die zur Sicherstellung der langfristigen Datenverfügbarkeit und Datensicherheit medizinischer Daten betrieben werden, manchmal durch einen unbedachten Klick ad Absurdum geführt. Die Richtlinien zur Datenhygiene sind Ihnen als Medizinern alle bestens vertraut, wenn sie die „normalen“ Hygienevorschriften analog anwenden.

Die 10 Gebote der Datenhygiene:
  1. Schaffen Sie Barrieren zwischen dem aus EDV-Sicht septischen Internet und Ihrem sauberen internem Netz (z.B. Firewall).
  2. Stärken Sie das Immunsystem Ihrer EDV (z.B. zentr. Virenscanner)
  3. Betreiben Sie regelmäßige Vorsorge, scannen Sie alle Rechner im Netz regelmäßig auf Viren, etc.
  4. Halten Sie sich auf dem neuesten Wissensstand, verwenden Sie aktuelle Versionen der Virenschutzprogramme.
  5. Schaffen Sie Verantwortlichkeiten für das Thema Datenhygiene.
  6. Berücksichtigen Sie, dass Sie im Falle einer Infektion mit einem Virus virulent werden und Ihre internen und externen Kommunikationspartner sehr leicht ungewollt anstecken können.
  7. Bedenken Sie, dass die aufwändigsten Sicherheitskonzepte durch ganz einfache Faktor-Mensch-Fehler unterlaufen werden können, indem Sie Ihr Netz perfekt vor dem Internet schützen, aber ein Mitarbeiter infizierte Dateien von zu Hause mitbringt.
  8. Schärfen Sie bei sich und Ihren Mitarbeitern das Bewusstsein für die potentiellen Gefahren.
  9. Seien Sie sehr zurückhaltend und schützen Sie sich beim Datenaustausch mit wechselnden, unbekannten Partnern.
  10. Wenn Hausmittel nicht mehr helfen, konsultieren Sie rechtzeitig einen Spezialisten.

FAZIT: Die Vorteile des Internet überwiegen nach wie vor die Risiken bei Weitem. Allerdings hat das Gefährdungspotential so weit zugenommen, dass es bei ungeschützter Internetnutzung fast sicher zu einer Infektion kommt.

Andreas Dobler ist Geschäftsführer von Telepaxx sowie stellvertretender Geschäftsführer von Digithurst. Er verantwortet insbesondere die Konzeption und Weiterentwicklung des ePACS Speicherdienstes sowie die strategische Weiterentwicklung von HealthDataSpace. Der Betriebswirtschaftler ist seit 1990 im IT-Gesundheitswesen tätig und hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Datenschutz und eHealth. Ehrenamtlich engagiert sich der zweifache Familienvater bei der SpVgg Roth für den Basketballsport.

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