Was macht der Medizinphysik-Experte?

 

Mit dem neuen Strahlenschutzgesetz wurde die Aufgabe des Medizinphysik-Experten im medizinischen Strahlenschutz deutlich gestärkt. Doch was macht der Medizinphysik-Experte bzw. die Medizinphysik-Expertin eigentlich genau?

 

In der Verordnung wird die „enge Mitarbeit“ bei Anwendungen mit hohen radiologischen Risiken bestimmt und davon abgestuft die „Mitarbeit“ bei

  • standardisierten Behandlungen mit radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung,
  • Untersuchungen mit offenen radioaktiven Stoffen,
  • Untersuchungen mit ionisierender Strahlung, die mit einem Computertomographen oder mit Geräten zur dreidimensionalen Bildgebung von Objekten mit niedrigem Röntgenkontrast durchgeführt werden mit Ausnahme der Tomosynthese
  • und bei Interventionen, bei denen die Röntgeneinrichtungen zur Durchleuchtung eingesetzt werden.

 

In den Kommentaren wird klargestellt, dass anders als bei der „engen Mitarbeit“ diese „Mitarbeit“ nicht gleichbedeutend mit einer Anwesenheit zu jeder Zeit am Ort der Strahlenanwendung ist. Bei allen anderen Anwendungen ist der Medizinphysik-Experte beratend hinzuzuziehen, um bei der Sicherstellung der erforderlichen Qualität und bei der Optimierung des Strahlenschutzes mitzuwirken.

Definition: Ein Medizinphysik-Experte ist eine Person mit Masterabschluss in der medizinischen Physik oder eine in medizinischer Physik gleichwertig ausgebildete Person mit Hochschulabschluss, die jeweils die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. (§ 5 Abs. 24 StrlSchG)

 

Nach der Strahlenschutzverordnung hat der Medizinphysik-Experte jetzt die Verantwortung für die Dosimetrie von Personen, an denen radioaktive Stoffe oder ionisierte Strahlung angewendet werden. Darüber hinaus hat er eine Reihe von Mitwirkungspflichten, die zum Teil bereits oben im Bezug auf den § 105 genannt sind. (siehe § 132 StrlSchV „Aufgaben des Medizinphysik-Experten“).

 

Für die Praxis bedeutet dies, für jede Einrichtung mit entsprechenden Tätigkeitsfeldern, die eine „enge Mitarbeit“ eines Medizinphysik-Experten bedingen, entsprechende Mitarbeiter anzustellen. Die anderen Einrichtungen sollten zumindest Systeme für Reporting und Monitoring von Expositionen betreiben, die einem ggf. extern tätigen Medizinphysik-Experten zuverlässig ermöglichen, die Anforderungen an seine Mitwirkungspflichten und eine Beratung zu erfüllen.

 

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Foto: ©photodune.net / monkeybusiness

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